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  Sehenswertes: Staatspark Karlsaue
Als historisch äußerst beeindruckende Parkanlage, die fast ausschließlich auf flachem Gelände angelegt wurde, beinhaltet sie zahlreiche künstlich angelegte Stillgewässer, wie Teiche und kanalartige Wassergräben, die ausschließlich der Entfaltung von Flora und Fauna dienen. In der Karlsaue befinden sich die Orangerie mit dem Astronomisch-Physikalischen Kabinett und dem Marmorbad und die Blumeninsel Siebenbergen. Auf gut ausgebauten Wegen kann man die Parkanlage durchwandern.

Über Fußgängerbrücken (Schwimmbad- und Gärtnerplatzbrücke) gelangt man in die benachbarte Fuldaaue. An der Orangerie beginnt der Planetenwanderweg Karlsaue.

Zusammen mit der östlich bzw. am anderen Ufer der Fulda liegenden Fuldaaue bildet die Karlsaue eine der größten innerstädtischen Parkanlagen und eines der weitläufigsten parkartigen Naherholungsgebiete Deutschlands, in dem 1955 (Karlsaue) und 1981 (Karls- und Fuldaaue) jeweils eine Bundesgartenschau stattfand.


Karlsaue

Karlsaue, Am Hirschgraben

Von diesem Ausstellungsnamen wurde übrigens der Begriff Buga abgeleitet, die umgangssprachliche Bezeichnung der Kasseler Bürger für das zusammenhängende Gebiet der Karls- und Fuldaaue.

Ursprünglich wurde das Gebiet der heutigen Karlsaue noch im Rahmen eines Binnendeltas zu beiden Seiten von der Fulda umflossen. Der westliche Flussarm hieß Kleine Fulda. Mit der weiteren Entwicklung bzw. Gestaltung der Parkanlagen im Mittelalter wurde dieser Arm teilweise zugeschüttet und im ehemaligen Flussbett der Kleinen Fulda der obig erwähnte Küchengraben angelegt. Das nördliche Ende des Arms ist nach wie vor - kanalisiert - als Bachunterlauf der Drusel erhalten und heißt weiterhin Kleine Fulda. Bereits ab 1568 ließ Landgraf Wilhelm IV nur auf der Spitze der sumpfigen Flussinsel zwischen den eben erwähnten Fulda-Armen im Bereich der heutigen Orangerie und Hessenkampfbahn einen Renaissancegarten anlegen, was im Vergleich zur heutigen Karlsaue deutlich kleineren Abmessungen entspricht. Landgraf Moritz erweiterte den Park, der fortan Moritzaue genannt wurde.


Karlsaue, Schwaneninsel (dahinter Orangerie)

Karlsaue, Schwaneninsel

Die heutige Karlsaue geht auf barocke Planungen aus der Regierungszeit von Landgraf Karl zurück. Karl, der auch den Bau des Kasseler Wahrzeichens Herkules veranlasst hat, ist der Namensgeber der Karlsaue. Von 1703 bis 1710 wurde die Orangerie erbaut. Nachdem der Bau des Orangerieschlosses 1711 vollendet war, wurde unmittelbar mit den Arbeiten an der Parkanlage begonnen. Da der Boden sehr sumpfig war, gab es erhebliche Schwierigkeiten. Neben den eingesetzten Tagelöhnern wurden ab 1722 auch Soldaten zur Bewältigung der Arbeiten eingesetzt, beim Ausgraben des großen Bassins bis zu 3 Regimenter.
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Blumeninsel Siebenbergen künstlich aufgeschüttet, auf der seltene Pflanzen angepflanzt wurden. Der Barock-Park wurde 1729 fertiggestellt.

1786 ließ ihn Wilhelm IX. nach engischem Geschmack umgestalten. Doch die grossen Linien der ursprünglichen Anlage blieben erkennbar: Von der Orangerie strahlen radial Alleen aus. Seitlich wird der Park durch den Küchen- und Hirschgraben begrenzt. Am Ende des Parks liegt die Insel Siebenbergen.


Karlsaue, Insel Siebenbergen


Karlsaue, Insel Siebenbergen


Karlsaue, Insel Siebenbergen


Karlsaue, Insel Siebenbergen


Karlsaue, Insel Siebenbergen

Karlsaue, Insel Siebenbergen

Für den Bürger der Stadt Kassel war die Nutzung des Parks zu damaliger Zeit sehr eingeschränkt.

Durch die Drahtbrücke, die als Hängebrücke über der Fulda errichtet wurde und am 1. November 1870 dem Fußgängerverkehr übergeben wurde, erhält der Auedamm am Nordende der Parkanlage eine andauernde Anbindung an die damals dicht bebaute Unterneustadt. Bis 1926 wurde im Bereich der bis dato oftmals als Ausstellungsgelände genutzten Voraue, ein kleiner Teil der ehemaligen Moritzaue, die Hessenkampfbahn errichtet, ein damals modernes aber kleines Stadion (eigentlich nur ein Sportplatz mit ein paar Tribünen) das am 2. Mai des gleichen Jahres im Rahmen eines Sportfests und im Beisein von 10.000 Sportlern und vielen Zuschauern feierlich eingeweiht wurde.


Ein Bewohner der Insel Siebenbergen

Blick auf die Karlsaue

Im 2. Weltkrieg wurde die Karlsaue von zahlreichen Bomben getroffen, so dass auch die Orangerie schwer beschädigt wurde. Seit 1955, als in der Karlsaue erstmals in Kassel eine Bundesgartenschau stattfand, dient sie alle 5 Jahre als Standort für Freiluftobjekte der documenta. Für die Gartenausstellung wurde der Rosenhang, der zwischen der Stadt und dem Park liegt, völlig neu gestaltet. 1981 fand in der Karlsaue zum zweiten Mal in Kassel eine Bundesgartenschau statt, wobei das Ausstellungsgelände um die eigens dafür errichtete Fuldaaue jenseits der Fulda erweitert wurde; dieses Buga-Gelände ist seitdem ein viel genutzter Volkspark. Von der documenta 6 blieb am Rand der Karlsaue noch die Spitzhacke (1982) von Claes Oldenburg erhalten. Seit 1996 wird nicht nur im Gebiet der Karlsaue der Planetenwanderweg Karlsaue im Maßstab 1:495 Millionen angelegt; er ist noch nicht vollendet (Stand Oktober 2005) und beginnt an der Orangerie.

Seit 1997 sind der südliche Teil der Karlswiese und ein Großteil des Auedamms jeweils Veranstaltungsort des Kasseler Zissels.