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 Geschichtliches: chronologisch 1850 - heute
Jahr Ereignis
1851 Fertigstellung der Eisenbahnverbindung Haueda - Warburg (Westf.) am 6.2. durch die Friedrich-Wilhelm-Nordbahn.
1852
Kurfürst Friedrich Wilhelm unterzeichnet im Residenzpalais eine neue Verfassungsurkunde für das Kurfürstentum Hessen. Alle Neuerungen der früheren Verfassung von 1831 werden wieder abgeschafft. Nach fünfjähriger Bauzeit erfolgt am 15. Mai die Fertigstellung der Main-Weser-Bahn, der Eisenbahnverbindung zwischen Frankfurt und Kassel.
Residenzpalais Friedrichsplatz
Handcolorierter Stahlstich von J.H. Martens nach einer Zeichnung von Conrad Löwer, 1839
1855 Gründung der heutigen Luisenschule, einer Realschule für Mädchen, in der damaligen Poststraße (heute Mauerstraße).
1856 Carl Henschel stellt den Antrag, seine Firma in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Dies scheitert an der industriefeindlichen Haltung des Kurfürsten.
1864 72 Handwerker und Geschäftsleute gründen auf genossenschaftlicher Basis den "Creditverein zu Cassel" die heutige Kasseler Bank.
1866 1866 kommt es zum deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich, Österreich wird in der Schlacht bei Königsgrätz in Böhmen geschlagen.
In Nikolsburg vor Wien gelingt es Bismark zu einer von Österreich akzeptablen Friedensregelung zu kommen indem er seinen König Wilhelm I. überreden konnte, Mäßigung zu üben. Dieser vom König als "schmählicher Frieden" bezeichnete Vertrag verzichtete auf österreichische Gebietsabtretungen und auf einen für Österreich verletzenden Einzug preußischer Truppen in Wien.
Andererseit erhob Österreich keine Einwände gegen die Annektion der Verbündeten Österreichs - Hannover, Kurhessen, Frankfurt und Schleswig-Holstein - durch Preußen.

So wird die Landgrafschaft Hessen von Preußen annektiert, Kassel wird Hauptstadt der preußischen Provinz Hessen-Nassau.
Kurfürst Friedrich Wilhelm wird am 23. Juni als Kriegsgefangener in die Festung Stettin abgeführt und stirbt 7 Jahre später in der Verbannung in Prag.
Die Beisetzung erfolgte auf dem alten Kasseler Friedhof.
1867 Das Zunftmonopol wird durch Anordnung der preußischen Regierung aufgehoben und die Gewerbefreiheit verkündet.
1870 Die Baupläne des Fabrikanten Sigmund Aschrott werden vom preußischen König genehmigt (Hohenzollerstraße - heute Friedrich-Ebert-Straße).
1889
Die Martinskirche in Kassel erhält mit Unterstützung des preußischen Staates den Nordturm , beide Türme erhalten hochaufragende spitze Turmdächer nach der damaligen neugotischen Bauweise. 1892 sind die Arbeiten beendet. Architekt war Hugo Schneider (Erbauer der Lutherkirche).
Martinskirche vor dem Umbau
Handcolorierter Stahlstich von Franz Abresch nach einer Zeichnung von J.F.Lange, 1842
1899 Eingemeindung des Dorfes Wehlheiden
1901 Der Bischof von Fulda weiht die neu errichtete katholische Kirche St. Maria (Rosenkranzkirche) am Neumarkt (heute August-Bebel-Platz) ein.
1903 Am 20.12. wird die Christuskirche in Wahlershausen durch Generalsuperintendent Lohr eingeweiht.
1903 Die Kassel-Naumburger Eisenbahn AG (KNE) wurde von der Hauptaktionärin, der AG für Bahn-Bau und Betrieb (BBB), zusammen mit Gemeinden und Privatleuten gegründet.
Die ursprüngliche Firma lautete bis 11. August 1983 Kleinbahn AG Kassel-Naumburg (KN), wobei man Cassel bis 1937 mit C schrieb. Die normalspurige, 33,4 km lange Strecke führte von der Station Kassel-Wilhelmshöhe Kleinbahnhof ab 29. Oktober 1903 bis Elgershausen und ab 31. März 1904 bis Naumburg im Bezirk Kassel. Den Betrieb führte die BBB, die ab 1929 als Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft AG firmierte. Die Aktienmehrheit war zu dieser Zeit auf die AG für Verkehrswesen (AGV) übergegangen. Diese veräußerte die Aktien 1953 dem Land Hessen, das sie 1966 der Hessischen Landesbahn GmbH überließ. Auf der Stammstrecke wurde der Personenverkehr am 4. September 1977 eingestellt, auch der Güterverkehr westlich von Baunatal-Altenbauna endete in den Jahren 1990/91. Auf dem verbliebenen Abschnitt wird ein reger Güterverkehr zum Volkswagen-Werk Baunatal durchgeführt. Außerdem benutzt einen Teil der Strecke in Baunatal die Regionalbahn Kassel für eine Straßenbahnlinie. Die Kassel-Naumburger Eisenbahn betreibt auch den Personenverkehr auf der Bahnlinie Wabern - Fritzlar - Bad Wildungen drei Züge beginnen und enden werktags bereits im Kasseler Hauptbahnhof.
1905 Die Murhardsche Bibliothek an der Weinbergstrasse wird eröffnet (Palais Bellevue).
1906 Die Vorortgemeinden Bettenhausen, Kirchditmold, Rothenditmold und Wahlershausen vereinigen sich am 1.04. mit dem Stadtkreis und der Stadtgemeinde Kassel.
Vor dem Ottoneum wird ein Brunnen zum Gedenken an Denis Papin (Dampfmaschine) enthüllt.
Am 7.11. wird die Kreuzkirche in der Luisenstraße, am 11.11. die Auferstehungskirche in der Mombachstraße eingeweiht.
Das Gebäude der Oberpostdirektion in der Hohenzollernstraße 24 (heute Friedrich-Ebert-Str.) wird fertiggestellt.
1907 Kassels Polizei zieht am 25.06. vom Gebäude in der Altstadt in das neue Polizeipräsidium am Königstor um.
Die katholische St. Josephs Kirche auf dem Rothenberg wird geweiht (16.9.).
1908 Einweihung der evangelischen Friedenskirche am Hohenzollernplatz (4.6.).
Die fertig gestellte einbogige Fuldabrücke (Hafenbrücke) wird am 31.10. dem Verkehr übergeben.
1909
Einweihung des neuen Rathauses in der oberen Königstraße (9.6.).

Das neue Hoftheater am Friedrichsplatz wird in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. feierlich eingeweiht, gespielt wird die Oper Undine.

Eröffnung des Kinderkrankenhauses Park Schönfeld (24.9.).

Gründung der »Städtischen Studienanstalt der realgymnasialen Richtung zu Cassel« als reines Mädchengymnasium (heutige Heinrich-Schütz-Schule) im Gebäude des alten Rathauses.

Rathaus
1910 Die Unternehmerin Sophie Henschel stiftet anlässlich des 100jährigen Bestehens der Firma Henschel und Sohn und der Fertigstellung der 10.000. Lokomotive 250.000 RM als Grundstock für die Errichtung eines Schwimmbades.
1911 Die ersten zwei Taxis (Automobildroschken) werden neben den Pferdedroschken eingesetzt.
Anläßlich seines 85. Geburtstages schenkt Sigmund Aschrott der Stadt ein Grundstück von 10.000qm mit der Auflage, darauf eine Stadthalle zu errichten.

Gründung des ersten Schülerinnenrudervereins in Deutschland an der »Städtischen Studienanstalt der realgymnasialen Richtung zu Cassel« (heutige Heinrich-Schütz-Schule).
1913 Eröffnung des Marienkrankenhauses auf den Rothenberg (22.1.).
Der Neubau des hessischen Landesmuseums am Wilhelmshöher Platz (heute Brüder-Grimm-Platz) wird eingeweiht.
Die „Wehr- und Großschiffahrts-Schleusenanlage" in der Fulda nahe den Finkenherd wird am 22.11. ihrer Bestimmung übergeben.
1914 Offizielle Einweihung der Stadthalle am 1.4., genutzt wurde sie schon zur Jahrtausendfeier 1913.
Der erste Weltkrieg bricht aus, in Kassel trifft am 1.8. der Befehl zur Mobilmachung ein.
Die Stadthalle wird der Militärverwaltung als Arbeitsstätte für 1500 Schneider überwiesen.
1915 Mit dem Verkauf eines großen Areals südlich von Bettenhausen an das Militär beginnt die Errichtung einer riesigen Munitionsfabrik. Im Frühjahr 1917 ist sie in Betrieb. Bis zu 15.000 Menschen stellen hier in Tag- und Nachtarbeit Munition her.
1916 Bei der Firma Henschel wird die 14.000 Lokomotive fertiggestellt.
Geheimer Kommerzienrat Dr. Ing. Karl Henschel stiftet 500.000 RM für ein Hallenschwimmbad.
Die Reichsregierung führt, um Strom zu sparen, erstmals die Sommerzeit ein (Vorstellen der Uhren um 1 Stunde).
1918 Die „gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel" (GWG) wird am 6.5. gegründet.
Am 9.11. bildet sich auch in Kassel ein Arbeiter- und Soldatenrat. Auf einer Kundgebung am Nachmittag auf dem Friedrichsplatz fordern deren Vertreter vor 20.000 Menschen eine republikanische Staatsform für das Deutsche Reich. Am gleichen Tage ruft in Berlin Philipp Scheidemann die deutsche Republik aus.
1919 Generalfeldmarschall von Hindenburg wird zum Ehrenbürger der Stadt Kassel ernannt (28.1.).
1920 Die Stadtverordneten beschließen in vertraulicher Sitzung, die zwischen Kassel und Wolfsanger gelegene Domäne Fasanenhof aufzukaufen.
1922 In der Orangerie findet eine Kunstausstellung statt, in der Künstler aus ganz Deutschland vertreten sind. Der Leiter der Kunstakademie, Professor Carl Bantzer, eröffnet die Ausstellung am 3.6.
Am 4.6. entgeht Oberbürgermeister Philipp Scheidemann bei einem Spaziergang im Park Wilhelmshöhe knapp einem Anschlag mit Blausäure.
Im zweiten Stock des Residenzschlosses wird die städtische Gemäldegalerie eröffnet (17.7).
1923 Auf dem Waldauer Flugplatz startet das erste in Kassel gebaute Flugzeug der Dietrich-Gobiet-Flugzeugwerke.
Oberbürgermeister Philipp Scheidemann eröffnet ein neues Flussschwimmbad an der Fulda (19.5.).
Im ehemaligen Residenzschloss am Friedrichsplatz wird des deutsche Tapetenmuseum eröffnet.
1926 B e s c h l u ß
des Preußischen Staatsministeriums über die Schreibweise "Kassel" vom 4.12.1926
- Veröffentlicht im Amtsblatt der Regierung zu Kassel, 1926, S. 283 -
Das Preußische Staatsministerium hat durch Beschluß vom 4. Dezember 1926 IV.a. II. 1531, III, genehmigt, daß die Schreibweise des Ortsnamens Cassel in " K a s s e l " abgeändert wird, welches hiermit öffentlich bekannt gegeben wird.
Kassel, am 12.12.1926
Der Regierungspräsident
1930 Die »Städtische Studienanstalt der realgymnasialen Richtung zu Cassel« zieht in ein neu geschaffenes Schulgebäude in der Freiherr-von-Stein-Straße um und erhält den Namen Malwida-von-Meysenbug-Schule (ab 1940 Heinrich-Schütz-Schule).
1932 Aufgrund der Weltwirtschaftskrise legt die Henschel und Sohn AG das gesamte Werk mangels Aufträgen für vier Monate still.
In Kassel sind 18.000 Menschen arbeitslos.
1933 Zu Beginn des Reichtagswahlkampfes kommt Adolf Hitler nach Kassel und hält vor vielen tausend Menschen auf dem Friedrichsplatz eine Rede. Am selben Tag wird das Adolf-Hitler-Haus in der Wilhelmshöher Allee eingeweiht (11.2.).
Bei den Reichstagswahlen erhalten die Nazionalsozialisten in Kassel 48,4% der Stimmen.
NS-Horden stürmen das Gewerkschaftshaus (7.3.) und das Rathaus (24.3.), der Oberbürgermeister wird abgesetzt und politische Gegner verprügelt und gefoltert. Bei der konstituierenden Sitzung des Stadtparlaments nach den Kommunalwahlen an 12.3. bleiben die Sitze der Sozialdemokraten und der Kommunisten leer.
Einweihung der Goetheanlagen durch Oberbürgermeister Dr. Gustav Lahmeyer (28.5).
Henschel erhält den Entwicklungsauftrag für ein leicht gepanzertes Kettenfahrzeug.
1934 Nach dem Tode des Reichspräsidenten gehen die Befugnisse auf den „Führer und Reichskanzler" Adolf Hitler über. Die Volksbefragung dazu ergibt in Kassel 118.837 Ja-Stimmen und 2.724 Nein-Stimmen.
Gerhard Fieseler erhält Aufträge vom Reichsluftfahrtministerium. Neben Zivilflugzeugen soll die Firma einen Sturzkampfbomber entwickeln.
1935 Mit dem Erwerb des Geländes der ehemaligen Munitionsfabrik in Bettenhausen fällt der Startschuß zum Aufbau der „Spinnfaser AG".
Das Kurbad Wilhelmshöhe mit dem Kurhaus an der Rasenallee wird der öffentlichkeit übergeben.
Einweihung des „Freilicht-, Luft- und Schwimmbad" in Wilhelmshöhe.
Einweihung der evangelischen Erlöserkirche im Stadtteil Fasanenhof, einziger Kirchenneubau während der NS-Zeit.
1936 Eröffnung des Schwimmbades in Harleshausen am Fuß des Daspels.
Eingemeindung der Dörfer Harleshausen, Wolfsanger, Waldau, Niederzwehren, Oberzwehren und Nordshausen.
Gründung der Henschel Flugmotoren GmbH, Aufnahme der Fertigung von Daimler-Benz-Motoren in Altenbauna. Für den Wohnungsbedarf entsteht am nahegelegenen Mattenberg eine Wohnsiedlung.
1937 Gründung der Königin-Elena-Klinik in Harleshausen (Spezialklinik zur Behandlung der Parkinson-Krankheit).
1938 Am Schlieffenplatz wird das neue Wehrkreis-Dienstgebäude (Generalkommando, heute Bundessozialgericht) eingeweiht.
Henschel und Sohn liefert den ersten Panzerkraftwagen an die deutsche Wehrmacht.
Die Fieseler Flugzeugwerke beschäftigen mittlerweile 5300 Arbeitskräfte und werden als „NS-Musterbetrieb" ausgezeichnet.
1940 Erster Angriff der britischen Royal Airforce auf das Stadtgebiet am 22.6., er gilt dem Flughafen Waldau.
Die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG errichten in Bettenhausen ein Zweigwerk zur Herstellung von Zubehörteilen von Flugzeugmotoren.
In der Nacht vom 17. August wirft ein britisches Bombergeschwader 2 Bomben ab. Sie treffen die Häuser in der Gräfestraße 2, 4 und 6.
Bei Henschel in Kassel und Altenbauna sind 300 Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt. Diese Zahl steigt bis 1944 auf 25.000.
1941 Die Straßenbahnstrecke nach Altenbauna wird in Betrieb genommen.
Das Fridericianum wird bei einem Luftangriff bis auf die Außenmauern zerstört. Große Teile der Bibliothek werden vernichtet. Neben weiteren Gebäuden wird auch das rote Palais zerstört.
1943
Am 17.5. erreicht eine Flutwelle ungeheuren Ausmaßes das Stadtgebiet, nachdem es den Briten gelungen ist, durch Abwurf von Spezialminen ein Loch in die Staumauer der Edertalsperre zu sprengen.
Der erste Angriff der United States Army Airforce auf Kassel gilt den Fieseler Flugzeugwerken in Bettenhausen und Waldau, die meisten Bomben fallen jedoch auf die benachbarte Spinnfaser AG und auf Wohngebiete in Bettenhausen (28.7).
Kassels Innenstadt wird am 22. Oktober durch Luftangriffe weitestgehend zerstört. Von der Martinskirche blieben nur die Außenmauern stehen. Viele andere Gebäude, auch in der Altstadt, werden total zerstört.

Innenstadt 1943
1945 Der Mitteltrakt des Schlosses Wilhelmshöhe geht nach einem Luftangriff in Flammen auf.
Tonnen von Spreng- und Brandbomben gehen am 21.3. auf Kassel nieder, dies war der 40. und letzte Luftangriff auf Kassel.
Um den US-Truppen den Vormarsch zu erschweren, wird die Fuldabrücke von abziehenden deutschen Einheiten gesprengt. Die Sprengung der Hafenbrücke kann verhindert werden.
Bis zum 5. April erobern US-Truppen das gesamte Stadtgebiet, als letztes den Stadtteil Bettenhausen.
Als Ersatz für die gesprengte Fuldabrücke wird ein Fährverkehr zwischen Altstadt und Unterneustadt eingerichtet.
Willi Seidel, geb.1.11.1885 gest.9.3.1976, wird Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Er übt das Amt bis 1954 aus. Der OB scheiterte, Kassel als Bundeshauptstadt zu etablieren.
1948 Die wieder fertig gestellte Fuldabrücke wird dem Verkehr übergeben.
1952 Der wiederhergestellte Sitzungssaal im Rathaus wird eingeweiht (28.1.).
Einweihung des Kasseler Studios des Hessischen Rundfunks.
1953 Beginn des Wiederaufbaus der Martinskirche, Fertigstellung 1960. Das Dach der der Chorkirche wurde erhöht und mit Kreuz und Krone versehen, um den eigenständigen Kirchenraum anzuzeigen.
Einweihung Kassels neuer Fußgängezone, der Treppenstraße.
Einweihung des Auestadions an der Frankfurter Straße.
1953 Bundesgartenschau in Kassel, als Rahmenveranstaltung rief der Kasseler Maler und Akademieprofessor Arnold Bode die erste documenta ins Leben.
Diese Ausstellung bot mit 670 Werken einen überblick über das Kunstschaffen in der ersten Jahrhunderthälfte (u.a. Marc Chagall, Joan Miro, Pablo Picasso).
1954
In Anwesenheit von Arbeitsminister Storch wird am 11.9. das Bundessozialgericht eingeweiht.
Dr. Lauritz Lauritzen, geb.20.01.1910 gest.5.6.1980, Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 1954 bis 1963, tritt das Amt an. Der Kieler Jurist kan 1954 aus dem niedersächsischen Innenministerium. Am 22.2.1960 wurde er wiedergewählt, wechselte aber 1963 als Justizminister nach Wiesbaden.

Bundessozialgericht
1955 Die Herderschule beginnt mit ihrem Unterricht in Räumen der Heinrich-Schütz-Schule, hier werden erstmalig Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet.
Einweihung des neuen Schloss-Hotels Wilhelmshöhe (11.5).
Baubeginn im Auefeld für eine große Siedlung mit 272 Eigenheimen und 432 Mietwohnungen.
Neubau des Regierungspräsidiums, Fertigstellung 1960
1956 Am Friedrichsplatz, Ecke Schöne Aussicht ist ein neues Verwaltungsgebäude der AOK entstanden.
1957 Die Volkswagen AG kauft das Gelände der zerstörten Henschel Flugmotorenwerke in Altenbauna, um hier ein Zweigwerk zu errichten.
1958 Am Altmarkt wird der erste Bauabschnitt des Polizeiverwaltungsgebäudes eingeweiht (10.6.).
In der Leipziger Straße wird der große Verkehrskreisel freigegeben und erhält den Namen "Platz der deutschen Einheit" (1.7.).
Am 1.7. nimmt das neue Ersatzteilwerk von VW in Altenbauna die Produktion auf. Bereits im ersten Jahr steigt die Beschäftigtenzahl auf über 1000.
Nach langwierigen Verhandlungen geht die Firma Henschel und Sohn GmbH aus Privatbesitz an ein Konsortium über. Vorstandsvorsitzender wird Dr. Fritz-Aurel Goergen.
1959 Einweihung der neuen Hafenbrücke durch den hessischen Wirtschaftsminister Gotthard Franke (25.3.).
Einweihung der gewerblichen Berufsschule "Walter-Hecker-Schule" in der Schillerstraße (16.4.).
Das neue Staatstheater wird mit einem Festakt eröffnet. Der Entwurf stammt vom Architekten Paul Bode.
Am 31.Dezember 1959 wurden 202.493 Einwohner gezählt
1960 Am Friedrichsplatz wird der Neubau der katholischen Kirche St. Elisabeth eingeweiht.
Im Gebäude der Murhard´schen Bibliothek der Stadt Kassel wird das Brüder-Grimm-Museum eröffnet.
1961 Die Obere Königsstraße zwischen Fünffensterstraße und Königsplatz wird Fußgängerzone.
1962 Das Philipp-Scheidemann-Haus wird in der Nordstadt eingeweiht.
1963 Dr. Karl Branner, * 11.09.1910 in Kassel, † 17.10.1997 in Kassel, Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 1963 bis 1975, tritt das Amt an.
1966 Der Obst- und Gemüsemarkt findet erstmals in und vor dem Marstallgebäude statt.
Am Friedrichsplatz wird das Café Paulus eröffnet (8.2.).
1970 Bundeskanzler Willy Brandt und DDR-Ministerpräsident Willi Stoph treffen sich im Schloßhotel Wilhelmshöhe zum zweiten innerdeutschen Gespräch.
An der Wolfhager Straße wird die neue Feuerwache eingeweiht.
Bei Calden wird der neue Flugplatz für Kassel eröffnet.
1971 Die Gesamthochschule Kassel (GhK), die erste integrierte Gesamthochschule der Bundesrepublik, wird eröffnet.
1972 In Anwesenheit von Bundeskanzler Willi Brandt und Ministerpräsident Albert Osswald wird das Presse- und Druckzentrum am Park Schönfeld eingeweiht.
documenta V, Thema: "Befragung der Realität-Bildwelten heute".
1975 Entwicklung, Inbetriebnahme und Erprobung einer ersten Funktionsanlage für Langstator-Magnetfahrtechnik mit der Versuchsplattform HMB 1 bei Thyssen Henschel in Kassel.
1976 Nach knapp fünfjähriger Bauzeit wir das neue Postamt in der unteren Königstraße seiner Bestimmung übergeben.
Amtseinführung von Hans Eichel(SPD), geb.24.12.1941, Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 1975 bis 1991. 1991 wird er hessischer Ministerpräsident.
Die Neue Galerie, Staatliche und Städtische Kunstsammlungen Kassel, wird eröffnet.
1977 documenta VI, Thema: "die Kunst in den Medien, die Medien in der Kunst".
1979 Die Thermalsolebohrung in Wilhelmshöhe wird in 674 Metern Tiefe erfolgreich beendet.
Am 10.10. erfolgt die Grundsteinlegung für das Thermalsolebad in Wilhelmshöhe.
1980 Auf dem Betriebsgelände von Thyssen-Henschel wird eine Magnetbahn- Versuchsanlage in Betrieb genommen (20.5.).
Frankreichs Staatspräsident Valérie Giscard d'Estaing besucht Kassel.
1981 Die vollständig erneuerte Fuldabrücke wird für den Verkehr freigegeben. Die Bundesgartenschau findet zum zweiten mal in Kassel statt.
1982 Beginn des Kunstprojekts des Düsseldorfer Professors Joseph Beuys, 7000 Eichen mit je einem Basaltblock in Kasseler Erde zu setzen (16.3.).
Errichtung einer 10m hohen Spitzhacke am Fuldaufer nahe der Drahtbrücke, ein Beitrag des amerikanischen Künstlers Claes Oldenburg zur documenta 7.
Eröffnung der documenta 7 am 19.6., Eröffnung der "documenta Urbana", der architektonisch ungewöhnlichen Wohnsiedlung am Rande der Dönche am 15.8.
1983 Am 14.10. findet in Wehlheiden erstmals ein Wochenmarkt statt.
1984 Das Werk der "Spinnfaser AG" in Bettenhausen wird geschlossen.
1991
Der Neubau des ICE-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe wird durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker eingeweiht, die Neubaustrecke Hannover - Würzburg wird ihrer Bestimmung übergeben (29.5.).
Eröffnung der Kurfürstengalerie

Bahnhof Wilhelmshöhe
1992
Eröffnung der dokumenta 9 am 13.6., das populärste Kunstwerk der d.9 - man walking to the sky - steht heute vor dem Kulturbahnhof.
Himmelsstürmer
1993 Amtsübernahme von Georg Lewandowski(CDU), Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 1993 bis 2005
Vom Flughafen Calden startet am 23.10. zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten wieder eine Chartermaschine, sie bringt 80 Reisende nach Mallorca.
1995 Die Königsgalerie, die unter einer elliptischen Glaskuppel ca. 70 Geschäfte und Gastronomiebetriebe vereint, wird eröffnet.
1996 Mit der Eröffnung des "Starclub" hat Kassel wieder ein Varieté.
Der Wehrtechnikbereich von Thyssen-Henschel geht in den Besitz der Kuka Wehrtechnik GmbH über.
Die Kasseler Tafel verteilt erstmals Lebensmittel an Bedürftige.
1997 documenta X, künstl. Leitung: Catherine David, Thema: "Blick zurück nach vorn" .
1998 Der Umbau des Mitteltraktes von Schloss Wilhelmshöhe beginnt.
1999 151 Jahre nach der ersten Lokomotive verläßt die 33.333. Lokomotive das Werk des Henschel Nachfolgers Adtranz (17.6.).
Die erste Kasseler Museumsnacht bringt 70.000 Menschen in die Museen (11.9).
2000 Eröffnung des Ufa-Palastes am Karlsplatz, in 13 Kinosälen warten 3400 Plätze auf Besucher.
2000 Weltstar Elton John gibt zu Beginn seiner Deutschland-Tournee ein Open-Air-Konzert im Bergpark Wilhelmshöhe und begeistert rund 14.000 Zuschauer (23.6.).
2000
In den Abendstunden des 27.8. wird Kassels meistgehasstes Bauobjekt, die Treppe auf dem Königsplatz (dokumenta 9, ein Entwurf des Hamburger Architekten und Landschaftsplaners Gustav Lange), im Auftrag des Oberbürgermeisters abgerissen. Drei Bauunternehmer und private Sponsoren haben den Abbruch organisiert und übernehmen die Kosten.
Königsplatz, Treppe
2000 Am 11. September wird Wilhelmshöhe offiziell als Thermalsole-Heilbad anerkannt.
2002 Am Königsplatz öffnet am 28. Februar um 8 Uhr Kassels neues Kaufhaus "City-Point" seine Pforten.
2004 Am 29. März wurde im Europasaal des Auswärtigen Amtes in Berlin die Kasseler Kulturhauptstadtbewerbung von der Hessischen Landesregierung, vertreten durch den Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, an die Staatsministerin Kerstin Müller übergeben.
Die Staatsministerin beglückwünschte die Zehn Kandidaten, die in das bundesweite Finale der deutschen Auswahl zur Kulturhauptstadt Europas 2010 einziehen: Braunschweig, Bremen, Essen, Görlitz, Halle, Kassel, Karlsruhe, Lübeck, Potsdam und Regensburg.
2005 Oberbürgermeisterwahl: Bertram Hilgen(SPD) löst Georg Lewandowski(CDU) im Amte des Oberbürgermeisters ab.